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Freitag, 14. Februar 2014

Blumen und anderes

... möchte ich mit euch teilen.Nachdem  der anfängliche Vorsatz: Keine Bilder von mir im Blog, recht schnell über Bord geworfen wurde, wird jetzt die nächste Regel abgeschafft. Anlass, auch über meinen Beruf zu schreiben, sind die Erlebnisse der letzten Woche und dieser ARTIKEL (den ihr kennen solltet, um meine anschließenden Worte verstehen zu können) und eine dadurch entstandene virtuelle Diskussion mit ANTJE, die anregte, meine Arbeit zum Thema zu machen - weils ja irgendwie alle zu betreffen scheint.
Nach dieser Woche bin ich glücklich und unendlich erschöpft. Der Montag beginnt damit, dass wir wegen eines vermeintlichen Amoklaufes für zweieinhalb Stunden mit den gerade zu unterrichtenden Klassen die Zimmer nicht verlassen dürfen. Anfangs wissen wir nicht, ob die Krisensituation für uns gilt oder eine andere Schule der Umgebung. Später, als der Hubschrauber kreist und das Sondereinsatzkommando angerückt ist, erfahren wir über Lautsprecher, dass das Schulzentrum auf der gegenüberliegenden Straßenseite anvisiert ist. Die Situation bleibt glücklicherweise nur ein Verdacht - aber die Angst der Kinder ist gelebt. Meine eigene Angst spüre ich dann Montagabend zum ersten Mal, seitdem geht sie mir nach. Dann läuft der Unterricht in den nächsten Tagen - Alltag. Eine sehr emotionale Diskussion zum Thema Nationalsozialismus (in einer Vertretungsstunde), die witzige Wortschöpfung eines Siebenklässlers, der Aschenputtel mit Ascheopfer in Jugendsprache übersetzte, zeichnende Schüler, die überraschend engagiert an ihren Selbsbildnissen arbeiten, kreisen im Kopf. Mittwochabend bemerke ich meine Erschöpfung und wie dünnhäutig ich mich fühle - und finde durch Zufall den FAZ-Artikel bei F. empfohlen. Warum ich ihn dann gelesen habe, weiß ich auch nicht , geschlafen habe ich wenig danach. Donnerstag: Elternsprechtag von 17.00 bis 21.00. (Mein Kollege am Tisch hatte um fünf Uhr schon neun! Unterrichtsstunden hinter sich - Mitleid regt sich). Die Gespräche sind zu zehn Minuten angesetzt, so hätte ich an diesem Abend Gelegenheit  zu 24 Begegnungen und dabei unterschiedlichste Schicksale kennenzulernen. Bei mir sind es "nur" zwölf . Ein guter Abend, der mich aber wieder in die Nacht begleitet. Nach den heutigen sechs Unterrichtsstunden falle ich ins Wochenende - unfähig zu sozialen Kontakten. 
Ich mache meine Arbeit gern. Ich wachse daran und habe das Gefühl (manchmal;) Etwas geben zu können. Ich weiß nicht, wie lange ich diese Akkordarbeit, die vor Emotionalität strotzt, durchhalten werde. Ich habe die Hälfte meines Arbeitslebens hinter mir und 20 Jahre liegen vor mir. Ich fühle mich SEHR oft macht-und hilflos angesichts der Verpflichtungen, die von unterschiedlicher Seite an unsere Berufsgruppe herangetragen werden. Ich habe Angst vor Verhetzung, wie sie in diesem Artikel stattfindet. Ich habe Angst, in einem Land zu leben, in dem wieder Gruppen von Menschen zu Sündenböcken gemacht werden. Sind es jetzt die osteuropäischen Arbeitssuchenden oder die Lehrer oder...
Und jetzt gibts die versprochenen Blumen für HELGA und für alle, die Tulpen auch so mögen;)





Kommentare:

  1. Liebe, wunderbare Birgit,

    in einem schnöden Kommentar werde ich kaum antworten können auf die vielen Themen, die Dein Beitrag enthält. Dir die Szenarien schildern, die verschiedenste Blickwinkel rechtfertigen.

    Ich wünsche mir von Herzen, dass Du Ausgleich genug findest für diesen Beruf, den Du ernst nimmst und in den Du viel von Dir investierst. Bestimmt erntest Du dafür nicht nur Dankbarkeit, sondern mußt mit Druck umgehen, Ängsten, Kritik, Respektlosigkeit, Undankbarkeit, Ablehnung. Stumpfheit und Bürokratie.

    Das alles ist schwer auszuhalten und belastet an einer Stelle, wo man eigentlich einmal inspiriert begonnen hat, Kindern und Jugendlichen etwas vermitteln zu wollen. Schade, so rein bleibt es nicht.

    Dennoch, gerade bei Dir, und das sage ich, ohne jemals in Deinem Unterricht gesessen zu haben, aber mit dem Wissen, dass Du eine reflektierte Person bist mit Intelligenz und Herzenswärme, eine Menschenfreundin, stimmt das alte Prinzip:

    Die, die gemeint sind, auch in diesem Artikel, die fühlen sich nicht angesprochen. Selbstkritik ist denen vorbehalten, die niemand anlangen wollte.

    Ich herze Dich. Lass uns aus der Tasse mal eine Kanne machen. Wenn Du weißt, was ich meine :-)
    Nina

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  2. Liebe Birgit,

    vielen Dank für Deinen offenen, mal anderen, Post! Ich glaube, der Lehrerberuf war zu keiner Zeit ein so anstrengender, schlecht angesehener und auch undankbarer Beruf, wie heutzutage. Die mit uns befreundeten Lehrer bewundere ich für den steten Spagat zwischen dem Dasein als Psychologen, Elternbetreuern, Rechtsanwälten, Händchenhalter für pubertierende Unverschämtlinge und zwischendrin immer wieder dem Versuch, Wissen motivierend an die Schüler zu bringen.
    Selbst unter schlechten Lehrern leidend, die es zweifelsohne auch geben kann, wollte ich nie, niemals nie, an eine Schule. Ich bin schließlich als beamteter "Lehrer" an der Universität gelandet und damit unglaublich glücklich.
    Noch sehr von "akademischen Wattebäuschchen" umgeben, spüren wir aber auch hier, wie die Luft dünner und das Klima härter wird - auf der einen Seite der immer größere Druck auf die Studenten, schneller, besser, zielorientierter und vor allem wirtschaftlich verwertbarer zu studieren. Neben dem Auslandsaufenthalt noch Praktika zu absolvieren, sich ehrenamtlich zu engagieren und das alles in der Regelstudienzeit von lächerlichen 6 Semestern.
    Auf der anderen Seite beginnen aber auch immer mehr Schüler bei uns ein Studium, die mit merkwürdig defizitärer Allgemeinbildung bei uns aufschlagen, nicht mehr gewohnt sind, selbst zu denken, nicht auch mal mehrere Seiten Text am Stück lesen können, bei schlechten Klausuresultaten mit den Eltern oder windige Attesten ankommen...
    Komisch, was läuft da schief?

    So sehr Dein Beruf anstrengen kann - gute, engagierte, idealistische, aber dennoch realistische und reflektierte Lehrer sind, glaube ich, wichtiger denn je...Lass Dich also nicht "ausbrennen"!

    Herzlich,
    Stefanie

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  3. Liebe Birgit, ich schreibe in meinem Blog auch kaum etwas über mein Lehrerdasein, betrachte das Bloggen auch als eine Art Ausgleich zu vielen emotionalen Erlebnissen im Alltag. Ich arbeite ja mit jüngeren Kindern und oft nehme ich Schicksale, Gespräche mit Jugendhilfeeinrichtungen usw. mit nach Hause. ja, dickhäutiger wird man nicht mit den Jahren... Manchmal setze ich mich hin und zähle mir im Stillen 5 kleine positive Dinge des Tages auf. Das hilft ;-)
    Viele Grüße von Rana

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  4. Liebe Birgit, ich finde es sehr schön, dass du dieses Thema ansprichst und deine Sicht der Dinge darlegst. Probleme kann man ja aus sehr verschiedenen Sichten betrachten...und oft ist es so, dass es sowohl Argumente für die eine wie für die andere Sicht gibt. Ich habe drei Kinder, mein Ältester macht gerade Abitur...12 Schuljahre liegen also fast hinter uns....Ich muss zugeben, so einige Aspekte des Artikels sprechen mir aus der Seele....Vielleicht haben wir mit unserem hiesigen Gymnasium einfach Pech gehabt. Ich weiß es nicht...Mein Sohn hat diese Woche Vorabitur geschrieben...u. a. Physik. Auf den vorgedruckten Aufgabenzetteln des Lehrers waren zwei entscheidende Fehler, die dazu führten, dass keiner der Abiturienten die Aufgabe richtig lösen konnte. Als die Schüler den Lehrer darauf hin ansprachen, zuckte er nur mit den Schultern und meinte, wer wirklich intelligent sei, hätte es bemerken können...So ein Vorfall ist leider kein Einzelfall und mir fällt dazu nicht mehr viel ein. Natürlich gibt es auch sehr fähige Lehrer...und an die wird man sich sein Leben erinnern...und zwar sehr gern. Ich hatte so eine fähige Deutschlehrerin...und habe heute noch Kontakt zu ihr. Auch wenn ich dich nicht weiter kenne, könnte ich mir gut vorstellen, dass du zu den fähigen Lehrern gehörst...die Schüler werden dafür dankbar sein! LG Lotta.

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  5. obwohl ich nicht lehrerin bin.. nur jahrelang kurse in der lehrerbildungsanstalt gegeben habe.. fühlte ich am ende, eine art erlösung..mit den jahren ist alles immer schwieriger geworden.. oder waren es die doch die schüler??lb.grüsse

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  6. ich glaube hierzu finde ich nicht die richtige Worte...trotzdem möchte ich darauf reagieren. irgendwie. ich kann nur sagen: eine solche Lehrerin wie du es glaube ich bist, hätte ich mir sehr gewünscht...und sicherlich viele Schüler heutzutage. danke für diese so ganz anderen Zeilen! mehr davon (;

    liebst,
    Mina

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  7. Liebe Birgit,
    Dass Dich so eine Ausnahmesituation zum Nachdenken bringt, ist nur zu verständlich. Ich bin froh, dass für Dich und Deine Schüler alles gut verlaufen ist.
    Ob es Lehrer sind oder die Schule, die solche Kathastrophen auslösen, wage ich zu bezweifeln. Der Frust auf Schule und Lehrer ist nur leichter erkennbar. Es muss aber etwas anderes in einem Menschen schwelen, wenn er Amokläuft.
    ich kannte in meiner Schulzeit und der meines Sohnes Lehrer, die dem Schüler den Schulalltag und das Vorankommen schwer machten und andere die sich mit Leib, Herz und Seele einsetzten. Die letzeren waren/sind in der Überzahl. Und verdienen unsere Hochachtung und Unterstützung. Dass Ihr nach einem langen Schultag in lebhaften Klassen noch in der Lage seid, mit eine Vielzahl von unterschiedlichen Eltern zu kommunizieren, ist eine ganz großartige Leistung. Ich kann mir aber gut vorstellen, wieviel Kraft das kostet.
    Davon überzeugt bin ich, dass Du Deinen Schülern eine Menge mitgibst, dass Du oft Defizite, die Eltern nicht sehen oder nicht sehen wollen, ausbügelst. Wenn Du darüber schreibst, auch hier darüber berichtest, hilft das vielleicht ein wenig Stress abzubauen. Denn den habt Ihr Lehrer, egal was irgendeine Zeitung schreibt.
    Lieben Gruß von Sabine, die Dir ein ganz entspanntes Wochenende wünscht!

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  8. liebe birgit, danke für deine offenen worte. ich kann nur kurz antworten, aber ich denke viel darüber nach und denke an dich. ich wünsche dir energie und kraft und mut und liebe für deinen beruf und dich. schöne grüße, wiebke
    p.s. das blumenstillleben gefällt mir heute besonders gut. wunderschön.

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  9. Ich drück dich auch, du Süße & danke dir für deine Offenheit! Pass gut auf dich auf, besser, als ich es in den meisten der zurückliegenden fast 39 Jahre getan habe. Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal so berufsmüde & erschöpft sein könnte. Dabei bin ich soo gerne mit Kindern zusammen. Aber der Rest frisst mich auf & lässt mich eine immer schlechtere Lehrerin sein. Gottseidank habe ich noch Kontakt zu früheren Schülern von 1976 und den Jahren danach. Das hält mich von zerstörerischen Selbstzweifeln ab....
    Bin gespannt auf deine "Wohnumfeldverbesserung" ...
    Herzlichst
    Astrid

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  10. Liebe Birgit!
    Was ich hier lese,ja genau das bewegt mich zum Denken Überlegen der Probleme schon lange.Ich wünsch das Dir das all deine Kraft und deine Herzenswärme dich superstark macht.Wir kennen uns ja nur durch das Netz,auf jedenfall ist es wunderbar bei dir zu lesen und ich mag es sehr hier bei dir vorbei zu schauen.Tolle Frau bist Du!!!!!!!!!!!!
    Von Herzen Annette und eine dicke Umarmung

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  11. einen langen sermon könnte ich jetzt hier ausspucken. aber ich denke, die entscheidung, die ich für mich getroffen habe nach nur zwei (!) unterrichtsjahren sagt genug :: nicht mehr zurück in die schule. und das definitiv nicht, weil mir die arbeit mit den schüler(inne)n keine freude machen würde oder umgekehrt ihnen mit mir. nein, es sind die gefühlten 37 anderen faktoren, die da eine rolle spielen. ich bin nicht bereit, mich aufzuarbeiten und zugleich das gesellschaftliche standing der überflüssigen versagerin der nation aufgestempelt zu bekommen (um zwei faktoren zu nennen). hut ab vor allen, die das auf sich nehmen; hut ab vor dir.

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  12. Liebe Birgit,
    der Lehrerberuf ist einer der forderndsten und verantwortungsvollsten den es gibt, denn es geht dabei um Kinder und um ihre Zukunft. In meiner eigenen, 14jährigen Schullaufbahn (inkl. Ehrenrunde) und der vierjährigen meines Sohnes habe ich sehr viele Lehrer kennengelernt. Die meisten waren engagiert und haben gute Arbeit geleistet, einige waren sehr engagiert und haben ihren Auftrag ganz hervorragenden erfüllt, aber es waren auch ein paar wenige darunter, die diesen Beruf verfehlt hatten und Kindern schulisch, aber auch seelisch geschadet haben.
    Meine Meinung deckt sich hier mit der von Nina - diese wenigen Lehrer werden den Artikel nicht lesen. Ich habe ihn gelesen und muss sagen, dass ich ihn nicht verhetzend finde und auch nicht, dass darin die gesamte Berufsgruppe der Lehrer zum Sündenbock gemacht wird. Sicherlch polarisierend geschrieben und mit einigen Verallgemeinerungen gespickt, bleibt bei mir als Grundaussage hängen, dass den Schulleitungen durch die Verbeamtung die Hände gebunden sind bei den wenigen Fällen, in denen ein Lehrer wirklich seinen Beruf verfehlt hat. Dass es mehr ungeeignete Lehrer gibt, wie es ungeeignete Juristen, Architekten oder Bäcker gibt, das glaube ich nicht. Nur müssen die sich die dem Druck der freien Wirtschaft unterwerfen, was eine Leistungsselektion nach sich zieht. Der primären Infragestellung der zwingenden Verbeamtung von Lehrern kann ich also schon folgen. Ob das sinnvoll und machbar ist, ist eine andere Frage.
    Ich persönlich freue mich über jeden engagierten Lehrer, der seinen Stoff so vermitteln kann, dass die Kinder gerne lernen, der sich für seine Schüler einsetzt und mit dem Herz dabei ist und ich rechne ihm seine Leistung hoch an. Ich habe aber auch Menschen erlebt, die von Lehrern zerbrochen wurden und diese Lehrer sind noch heute im Schuldienst - alle paar Jahre an anderen Schulen.
    Dass du eine der Lehrerinnen bist, die ihren Beruf mit Herzblut und Engagement machen, das glaube ich dir sofort.

    Herzlich, Katja

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  13. Liebe Birgit,

    ich bin ja Lehrerin wie du. Solche Wochen wie su sie beschreibst kennt wohl jede Lehrerin. Ich hab auch grad eine heftige hinter mir. Ich bin Grundschullehrerin an einer Zwergenschule, nur die Frau Dirketorin und ich. Am Montag hat sie sich noch in die Schule geschleppt, aber die restliche Woche habe ich alleine bestritten. Mit Kinder der ersten bis vierten Schulstufe und meinem genähten Daumen. Personalreserve? Kommt nicht. Vom Bezirksschulrat: frau Kollegin sie schaffen das schon. Ja, eh! Aber jetzt bin ich erst mal platt und sehr froh, dass die Woche mal vorbei ist.

    Deshalb hab ich auch keinerlei Kraft den Artikel zu lesen oder mich an der Diskussion zu beteiligen. Meine Plauderei mit dir muss dazu reichen.

    Viele liebe Grüße, Eva

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  14. Antworten
    1. so jetzt nochmals:

      liebe birgit,
      ein interessanter post. mein sohn ist lehrer an einem technischen gymnasium und zugleich administrator an seiner schule. er hat oft einen mehr als 12 stunden tag hinter sich und gibt dann an zwei abenden noch meisterkurse. zusätzlich muß er noch elternsprechtage usw.
      abhalten. zugleich ist er noch vertrauenslehrer. dieser beruf ist wirklich sehr anstrengend und
      die abfällige haltung mancher leute gegenüber lehrern habe ich auch schon mitbekommen.
      wenn ein kind in der schule nicht mitkommt oder mitlernt, ist immer der lehrer schuld.
      dass mindestens 60 % der kinder auf schulen sind, wo sie nicht hingehören ist leider auch wahr.
      ich wünsche dir aber trotzdem noch viel spass und freude an deinem beruf. 20 jahre sind eine lange zeit, viel kraft und durchhaltevermögen. ich habe 43 jahre gearbeitet und mir reicht es ehrlich auch als nichtlehrer.
      viel kraft und durchaltevermögen wünsche ich dir
      gruß eva

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  15. Liebe Birgit, das meiste ist hier wohl schon gesagt worden. Katja/die Raumfee hat zum besagten Artikel bereits ausgedrückt, was ich besser nicht schreiben könnte. Abgesehen aber von dem Artikel möchte ich, was die Gefahren des Lehrerdaseins betrifft, im Leben nicht mit Dir tauschen. Ob es die direkte Gefahr eines Amoklaufes ist oder die einen psychisch über die Jahre mürbend machenden Umstände wie überfüllte Klassen, Kinder ohne Respekt, familiäre Dramen ... ein einfacher Beruf sieht anders aus. Ich hoffe für Dich, dass Du Dich nicht von dem Artikel angesprochen fühlst und dass Du Dir die positiven Eigenschaften des Lehrerdaseins rausziehst, um daraus Kraft zu schöpfen. Denn, und das darf man ja nicht vergessen, neben allen negativen Dingen gibt es auch noch lernwillige, nette Schüler. Eltern die sich über tolle Lehrer freuen. Nette Kollegen. Und Erfolgserlebnisse.
    Kraft und positive Gedanken wünsche ich Dir, mit einer Herzensumarmung,
    Steph

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  16. Liebe Birgit,
    zunächst mal vielen Dank für deine willkommen-heißenden Zeilen zu meinem ersten Mixit-Posting. Deine Aktion motiviert und inspiriert mich sehr!
    Nun bin ich bei dir in einem anderen Themenbereich gelandet, der mich interessiert. Ich stamme aus einer Familie, in der es einige Lehrer gab und gibt (meine Großtante, ihr Mann und drei ihrer vier Kinder, mein Bruder und meine Schwägerin, zwei meiner drei Neffen und deren Partnerinnen...); ich selbst habe mich einige Jahre im Bereich der außerschulischen Bildung und Jugenarbeit bewegt, museumspädagogische Projekte initiiert etc. Und ich bin Mutter und war irgendwann selber Kind und Schülerin. In all diesen Eigenschaften habe ich Lehrer kennengelernt, die engagierte Wissensvermittler und motivierende Gehirntrainer sind, Lehrer, die sich zumindest bemühen, auf akzeptable Art und Weise ihre Arbeit zu verrichten und Lehrer, die irgendwo zwischen selbstzerstörerischem und Menschen-zerstörendem Verhalten pendeln. Leider fällt die Kategorie der Letzgenannten am stärksten auf und kann ENORMEN Schaden anrichten - bei Kindern und bei Kollegen. Ich habe aus vertrauenswürdigen Quellen von Lehrern gehört, die diesen Beruf ergriffen haben, weil sie einst als Kinder von Gleichaltrigen gequält wurden und es nun "zurückzahlen" wollten. Ich habe selbst Lehrer gehabt, die mir beinah die Freude am Lesen, am Kreativsein, an Sprachen, am Leben und Lernen zerstört hätten und es nur nicht geschafft haben, weil ich mit 15 beschloß, die Schule zu verlassen. (Es war eine katastrophale Schule, weil die Leiterin offenbar altjüngferlich-verkniffenes Personal präferierte.) Meine Lieblingslehrerin hat sich umgebracht, weil sie jung, sensibel, witzig, kreativ und "anders als die anderen" war und in dem schauerlichen Verein nicht bestehen zu können glaubte. Meine Tochter wurde (wie manches andere Kind der Klasse) von ihrer alkoholkranken Mathematiklehrerin schikaniert; sie hat mich heftige Kämpfe ausfechten lassen - die Lehrerin ist inzwischen (mit 55) in Frühpension, hat meiner Tochter aber dahingehend geschadet, dass auch sie vorzeitig von der Schule erschöpft und frustriert war. Ich glaube, das Hauptproblem liegt im Auswahl- und Ausbildungsverfahren von Lehrern. Es müsste gerade bei diesem Beruf vorab schon ein sehr selektives Eignungstestverfahren geben, denn wer keine Kinder mag oder keine Lust verspürt, Wissen oder Fähigkeiten auf interessante Weise zu vermitteln, hat in diesem Beruf schlichtweg nichts verloren. Und in der Ausbildung sollte meiner Meinung nach großes Augenmerk auf "Bestehen vor einer Gruppe Kinder und Jugendlicher" gelegt werden. Kids begreifen sofort, wenn da jemand vor ihnen steht, der unsicher ist. Selbstsicheres Auftreten ohne Terrorregimecharakter haben ein paar Naturtalente "von selbst drauf", aber die meisten leider nicht. Man kann es trainieren, aber diese Art des Trainings findet in der Lehrerausbildung nicht statt, und somit wird einer ganzen Berufsgruppe ein wichtiges Werkzeug vorenthalten...
    Tja, so viel fürs erste - ich hoffe sehr, dass sich durch die heftiger werdende Diskussion für kommende Generationen etwas ändert, sowohl in Deutschland als auch bei uns in Österreich... Und glaube mir, der Großteil der Eltern spürt genau, welche Lehrer mit Engagement an diese Arbeit gehen und welche nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass gerade du dich durch diesen Artikel als Sündenbock fühlen musst...
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    Allerliebste Rostrosen-Weekendgrüße
    von der Traude
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  17. ich möchte mich dir da nur anschließen. ich mag meinen job, doch manchmal wird es zu viel. weniger das unterrichten als vielmehr das drumherum. konferenzen, elternsprechtage, schwierige schüler, der verwaltungsaufwand. dennoch möchte ich keinen anderne job machen. allerdings würde ich mir wünschen wieder mehr "förderschülerInnen" um mich herum zu haben. ich bin doch sonderschullehrerin.
    ich wünsche dir viel kraft. genieße IMMER die ferien, änder dein leben und lebe dein ändern. ich sage schon nach 5 jahren öfter nein als ja.
    der artikel ist toll!
    liebste grüße und ein phantastisches wochenende,

    jule*

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  18. Liebste Birgit! Ich glaube, Du bist eine wunderbare Lehrerin! Ohne Dich im Unterricht zu kennen, aber Deine Art, die reflektierte Sicht auf die Dinge, Freude am Leben und die Fähigkeit Andere mitreissen zu können sprechen Bände! Pass gut auf Dich auf meine Liebe und tanke Energie in Deinem Zuhause und Deinem neuen Garten, damit es so bleibt, damit Du so bleiben kannst wie Du bist! Ich drück Dich! Meike

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  19. Liebe Birgit, ich habe deinen Post gelesen und auch die Kommentare, dem gibt es nichts hinzuzufügen, deshalb konzentriere ich mich jetzt auf deine Blümchen und erfreue mich an der Heiterkeit und Lässigkeit, die dein Stillleben ausstrahlt !!! Ich wünsche dir einen schönen Abend, GlG helga

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  20. Liebe Birgit,
    vor zwei Jahren gab es am Gymnasium unseres dritten Sohnes einen Verdacht auf einen Amokläufer, es war furchtbar, die Angst ist lange geblieben.
    Bitte achte auf Dich,
    herzlich Judika

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  21. liebe birgit,
    ich beneide dich nicht um deinen beruf und bin froh, ihn nicht gewählt zu haben. ich finde, in der heutigen zeit lehrerin zu sein ist eher eine strafe als eine freude. und dann noch ständig zu lesen, dass man an allem möglichen die verantwortung und womöglich auch noch die schuld trägt, muss sehr, sehr verletzend sein.
    ich wünsche dir ganz viel kraft und energie, verlier bitte nicht deine lebensfreude!!
    über den artikel reden wir dann demnächst persönlich!
    ganz liebe grüße und eine dicke umarmung von mano

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    1. ps: deine blumendeko auf dem weißen schränkchen ist freude bringend!!

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